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Erfolgreicher Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule

„StaBil – Starke Bildung“ ist ein Bildungsprogramm, das explizit für das letzte Kindergartenjahr entwickelt wurde. Es stützt sich auf den theoretischen und handlungsorientierten Erkenntnissen der Entwicklungswissenschaft und stellt damit ein wissenschaftliches Konzept dar.
Im Zentrum des StaBil-Bildungsprogramms steht die Vermittlung von Basiskompetenzen, um die Anschlussfähigkeit der Kinder in der Grundschule zu gewährleisten.

Zu diesen Basiskompetenzen im Elementarbereich zählen:

1.    Visuelle Wahrnehmung
2.    Pränumerische Mengeneigenschaften und die numerische Kompetenz zur Entwicklung des Zahlbegriffs
3.    Sprachförderung
4.    Phonologische Bewusstheit

Es ist das Ziel, alle Kinder im Vorschulalter in den Basiskompetenzen zu fördern und zu fordern. Hierbei wird die Philosophie vertreten, Kinder im Ganzen und individuell zu betrachten. Somit muss auch das Lernangebot individuell gestaltet werden. Denn jedes Kind soll die Möglichkeit erhalten anhand seines eigenen Lern-und Entwicklungsstandes eine individuelle Lernentwicklung erfahren zu dürfen.
Um einer individuellen Förderung des Kindes gerecht zu werden, ist es von besonderer Bedeutung, den aktuellen Lern- und Entwicklungsstand des einzelnen Kindes zu erheben. Hierzu dient das speziell für das StaBil-Bildungsprogramm entwickelte alltagsorientierte und kindgerechte Diagnoseverfahren, mit welchem alle Basiskompetenzen im kognitiven Bereich überprüft werden können. Erst auf dieser Grundlage kann ein individuelles Lernangebot zusammengestellt werden.
Das Erlangen der Basiskompetenzen bzw. das Fördern und Fordern dieser, erfolgt spielerisch im Alltag der jeweiligen Kindertagesstätte. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, jedes Kind positiv zu begleiten und es wertschätzend und motivierend an neue Lernerfahrungen heranzuführen. Das führt zu Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Kompetenz, sich zuversichtlich auf neue Aufgaben einzulassen. Nur dann kann eine positive Lernentwicklung des Kindes gewährleistet und die Freude am nachhaltigen lebenslangen Lernen gefördert werden.

Diagnose

Mit Blick auf den Schuleintritt, ist es wichtig und erforderlich, dass die pädagogischen Fachkräfte der Kindertagesstätte über den aktuellen Lern- und Entwicklungsstand der Vorschulkinder hinsichtlich der Basiskompetenzen für das Schreiben, Lesen und Rechnen lernen informiert sind.
Das speziell für das StaBil-Bildungsprogramm entwickelte Diagnoseverfahren bietet die Möglichkeit, bereits zu Beginn des letzten Kindergartenjahres einen guten Überblick über den aktuellen Lern- und Entwicklungsstand des einzelnen Kindes zu erhalten.
Auf diese Weise erhalten die pädagogischen Fachkräfte frühzeitig ein Bild davon, „über welche Basiskompetenzen das einzelne Kind verfügt und in welchen Bereichen das einzelne Kind besondere Stärken und in welchen Bereichen das Kind Förderbedarf hat“1 . Erst auf Grundlage dieser Ergebnisse kann eine individuelle Förderung für jedes Kind geplant und erfolgreich umgesetzt werden.
Die StaBil-Diagnose ist kindgerecht aufgebaut und alltagsorientiert. Auf diese Weise ist sie in jeder Kindertagesstätte gut anzuwenden.
Die Diagnose ist einzeln oder in einer Kleingruppe durchführbar.

 

1 Henkel, J./ Henkel, C./ Reith, B. (2014): StaBil. Das Bildungsprogramm, Verlag ibr Schwalmstadt, S. 106

Förderplan

Ein weiterer wichtiger Baustein des StaBil-Bildungsprogramms ist der Förderplan. Dieser wurde entwickelt, um eine Vielzahl wichtiger Entwicklungs- und Lernbereiche für jedes Kind über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren. Damit stellt der Förderplan ein wichtiges Medium dar, das wertvolle Hinweise liefern kann, um Maßnahmen für eine individuelle Förderung jedes Kindes zu planen.
Um einen umfassenden und ganzheitlichen Blick auf das Kind zu erhalten, werden alle Basiskompetenzen für einen erfolgreichen Übergang Kita-Grundschule im Förderplan aufgegriffen:

1.    Soziale Kompetenz
2.    Emotionale Kompetenz
3.    Ausdauer/ Konzentration
4.    Lebenspraktische Kompetenzen
5.    Sprachentwicklung
6.    Visuelle Wahrnehmung und motorische Kompetenzen
7.    Mathematische Basiskompetenzen
8.    Phonologische Bewusstheit

Erst durch diese ausdifferenzierte Betrachtungsweise werden sowohl die Schwächen als auch die Stärken des Kindes festgehalten und damit ein unterstützender Blick auf das Kind gewährleistet. Zudem schaffen die Eintragungen über den aktuellen Lern- und Entwicklungsstand des Kindes sowie geplante Fördermaßnahmen Transparenz und bieten Austauschmöglichkeiten zwischen den pädagogischen Fachkräften der Kindertagesstätte, den Eltern und der aufnehmenden Grundschule.

Heftarbeit

Auch im letzten Kindergartenjahr hat das „Spiel“ seinen wichtigsten Platz.
Dabei gilt es, Spiele sorgsam auszuwählen und die einzelnen Lern- und Entwicklungsbereiche zu fokussieren, die für das Schreiben, Lesen und Rechnen in der Schule von zentraler Bedeutung sind.
Darüber hinaus ist es wichtig und dringend notwendig, Vorschulkinder „an schulische Instrumente heranzuführen“2 , um einen erfolgreichen und nahtlosen Übergang von der Kita in die Schule für jedes Kind zu ermöglichen.
Hierzu stellt das StaBil-Bildungsprogramm Lernhefte zur Verfügung, die in langjähriger Erfahrung entwickelt und von der Justus Liebig Universität in Gießen evaluiert worden sind.
Diese Lernhefte werden zur Unterstützung der alltäglichen Lernerfahrungen eingesetzt und bieten zahlreiche Angebote zur Förderung der Basiskompetenzen für das Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. Die Inhalte können von jedem Kind individuell bearbeiten werden.
Des Weiteren dürfen die Kinder erste Erfahrungen mit dem Medium „Heft“ machen und lernen bereits im letzten Kindergartenjahr den Umgang mit diesem kennen.
Auf diese Weise wird strukturiertes Arbeiten gefördert sowie die Fähigkeit, das bereits im Spiel Erlernte auf ein Heft zu übertragen (vom Greifbaren zum Abstrakten).
Mit Blick auf den Schuleintritt erwerben Kinder durch dieses Lernangebot wichtige Kompetenzen, auf die sie in der Schule zurückgreifen können.

2 Henkel, J./ Henkel, C./ Reith, B. (2014): StaBil. Das Bildungsprogramm, Verlag ibr Schwalmstadt, S. 127

Koki – das Konzentrationskissen

Koki, das Konzentrationskissen, ist ein weiterer Baustein des StaBil-Bildungsprogramms. Es stellt ein Hilfsmittel dar, welches dem Lernenden „die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit zu erlangen“3 ermöglicht.

Koki ist ein Rapskissen, das den Kindern während des Arbeitens am Heft oder der Diagnose, auf die nicht-schreibende Schulter gelegt wird.
Auf diese Weise wirkt Koki wie eine „wärmende Hand“ und hilft dem Kind, seinen Körper bewusst wahrzunehmen. Dadurch verbessert sich die Sitzhaltung und das Arbeiten am Heft kann effizienter erfolgen.
Darüber hinaus kann Koki dabei helfen, sich gezielt auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren und damit störende Umweltfaktoren auszublenden.
Außerdem kann Koki dabei helfen „Lernblockaden“ aufzuheben, die durch Angst, Druck oder Abneigung entstanden sind. Als „Lernfreund“ wird Koki als positives Lernen erlebt.

Koki wird sehr erfolgreich in Kindertagesstätten, Schulen und auch in der Ergotherapie eingesetzt.

3 Henkel, J./ Henkel, C./ Reith, B. (2014): StaBil. Das Bildungsprogramm, Verlag ibr Schwalmstadt, S. 137